
Zusammenfassend:
- Fordern Sie in jeder Bar und jedem Restaurant kostenloses Leitungswasser ein – es ist Ihr gesetzlich verankertes Recht.
- Nutzen Sie Apps wie „Watrify“, um systematisch öffentliche Trinkbrunnen und Nachfüllstationen zu finden.
- Reduzieren Sie Ihren Wasserverbrauch drastisch, insbesondere im Süden, wo eine extreme Dürre herrscht.
- Organisieren Sie Ihren Alltag (Einkauf, Strandbesuch) mit wiederverwendbaren Behältern, um Verpackungsmüll komplett zu vermeiden.
- Verzichten Sie konsequent auf Ausdrucke und nutzen Sie digitale Tickets, um Ressourcen zu schonen.
Die Vorstellung eines Spanienurlaubs ist oft mit Sonne, Strand und Meer verbunden – und leider auch mit einem Berg von Einweg-Plastikflaschen. Viele Touristen greifen aus Gewohnheit oder Unsicherheit zu gekauftem Wasser. Die gängigen Ratschläge sind bekannt: eine wiederverwendbare Flasche mitnehmen, Leitungswasser trinken, wenn es als sicher gilt. Doch diese Tipps kratzen nur an der Oberfläche eines viel grösseren Problems, insbesondere in einem Land, das mit extremer Wasserknappheit zu kämpfen hat.
Das passive Hoffen auf umweltfreundliche Optionen reicht nicht mehr. Es ist an der Zeit, eine aktive, fordernde Haltung einzunehmen. Was wäre, wenn der Verzicht auf Plastik nicht nur eine nette Geste, sondern ein durchsetzbares Recht und eine ökologische Notwendigkeit wäre? Die wahre Wende liegt nicht darin, höflich zu fragen, sondern darin, die bestehenden Systeme und legalen Hebel zu kennen und konsequent zu nutzen. Es geht um eine Mentalitätsänderung: vom passiven Konsumenten zum aktiven, verantwortungsbewussten Akteur, der die Plastikverschmutzung an der Wurzel bekämpft.
Dieser Guide ist Ihre Waffe in diesem Kampf. Er zeigt Ihnen nicht nur, *was* Sie tun können, sondern *wie* Sie es mit Nachdruck tun. Sie werden lernen, Ihre Rechte in Restaurants einzufordern, die kulturellen Codes auf Märkten zu meistern und Ihren Wasserverbrauch als Zeichen des Respekts gegenüber dem Gastland drastisch zu reduzieren. Es ist ein Aufruf zum Handeln – für einen Urlaub, der keine Spuren aus Müll, sondern einen positiven Einfluss hinterlässt.
Um Ihnen den Weg zu einem verantwortungsvollen Spanien-Aufenthalt zu ebnen, beleuchtet dieser Artikel die entscheidenden Strategien. Von der legalen Grundlage für kostenloses Wasser bis hin zu drastischen, aber notwendigen Verhaltensänderungen angesichts der Dürre – hier finden Sie alle Werkzeuge.
Inhaltsverzeichnis: Ihr Weg zum plastikfreien Spanien-Aktivisten
- Wie Sie Brunnen und Auffüllstationen in spanischen Städten per App finden?
- Haben Sie ein Recht auf kostenloses Leitungswasser („Jarrafon“) zum Essen?
- Wie Sie mit eigenen Dosen und Beuteln auf dem Mercado einkaufen, ohne schief angesehen zu werden?
- Wie Sie ein Strandpicknick organisieren, ohne einen Berg aus Plastikverpackungen zu hinterlassen?
- Warum Sie Eintrittskarten und Bordkarten nicht ausdrucken sollten?
- Warum das Abduschen des Sandes am Strand reine Wasserverschwendung ist?
- Strom und Wasser: Wer zahlt die Rechnung bei einem Aufenthalt von mehr als 4 Wochen?
- Trockenheit im Süden: Warum Sie Ihre Duschgewohnheiten in Andalusien drastisch ändern müssen
Wie Sie Brunnen und Auffüllstationen in spanischen Städten per App finden?
Der erste Schritt zur Unabhängigkeit von Plastikflaschen ist das Wissen, wo Sie Ihre eigene Flasche zuverlässig auffüllen können. Sich auf den Zufall zu verlassen, ist keine Strategie. Eine systematische Herangehensweise ist erforderlich, und die Technologie ist hier Ihr stärkster Verbündeter. Vergessen Sie das ziellose Umherirren auf der Suche nach einem Brunnen. Handeln Sie proaktiv.
Moderne Apps bieten interaktive Karten, die Ihnen in Echtzeit hunderte von kostenlosen Trinkwasserquellen anzeigen. Dies reicht von historischen Steinbrunnen in Altstädten bis hin zu modernen Edelstahl-Spendern an Promenaden und in Parks. Der Schlüssel ist, diese Werkzeuge vor Ihrer Stadterkundung zu nutzen und Ihre Route entsprechend zu planen. Suchen Sie gezielt nach Quellen, die als „Agua potable“ (Trinkwasser) gekennzeichnet sind. Nur diese garantieren eine geprüfte Qualität. Ignorieren Sie alle anderen Brunnen, da sie oft nur für Zier- oder Reinigungszwecke gedacht sind.
In vielen touristischen Zentren wurden zudem neue, kontaktlose Nachfüllstationen installiert. Diese sind nicht nur hygienisch, sondern auch ein klares politisches Statement der Städte für mehr Nachhaltigkeit. Nutzen Sie sie und zeigen Sie, dass diese Investitionen von Touristen wertgeschätzt werden.
Praxisbeispiele: Barcelona und Santiago de Compostela
In Barcelona bietet der berühmte Park de la Ciutadella mehrere gut gepflegte Trinkbrunnen aus Edelstahl, die sich perfekt für eine Pause während eines Stadtspaziergangs eignen. Am Ziel des Jakobswegs, in Santiago de Compostela, finden sich rund um die Kathedrale zahlreiche öffentliche Wasserstellen, die ursprünglich für Pilger eingerichtet wurden, aber allen zur Verfügung stehen. Viele Herbergen dort bieten ebenfalls frei zugängliches Wasser an, selbst wenn Sie kein Übernachtungsgast sind. Fragen Sie aktiv danach!
Folgen Sie diesem einfachen, aber effektiven Plan, um immer hydriert zu bleiben, ohne Müll zu produzieren:
- App installieren: Nutzen Sie die App „Watrify“ oder ähnliche Dienste, um eine interaktive Karte mit allen kostenlosen Trinkwasserstellen in ganz Spanien zu erhalten.
- Auf Kennzeichnung achten: Füllen Sie Ihre Flasche ausschliesslich an Stellen auf, die eindeutig mit „Agua potable“ markiert sind. Keine Kompromisse.
- Moderne Spender priorisieren: Halten Sie in touristischen Zonen und bei grossen Sehenswürdigkeiten gezielt Ausschau nach modernen Trinkwasser-Spendern. Sie sind oft die zuverlässigste und hygienischste Option.
Haben Sie ein Recht auf kostenloses Leitungswasser („Jarrafon“) zum Essen?
Dies ist einer der wichtigsten Hebel, den Sie als Tourist in Spanien haben: Sie müssen nicht mehr höflich um Leitungswasser bitten und eine Ablehnung oder ein teures Flaschenwasser akzeptieren. Sie haben ein gesetzlich verankertes Recht darauf. Seit April 2022 ist jeder Gastronomiebetrieb in Spanien gesetzlich dazu verpflichtet, Ihnen kostenlos Leitungswasser anzubieten. Dies ist keine freundliche Geste, sondern eine Vorschrift.
Das entsprechende Gesetz wurde geschaffen, um die massive Verschwendung von Plastikflaschen im Gastgewerbe zu bekämpfen. Es verpflichtet laut der spanischen Ley 7/2022 de Residuos y Suelos Contaminados 100% aller Restaurants und Bars in Spanien, kostenloses Leitungswasser als Alternative zu Flaschenwasser anzubieten. Bestellen Sie selbstbewusst eine „jarra de agua del grifo“ (eine Karaffe Leitungswasser). Sollte ein Kellner zögern oder behaupten, dies sei nicht möglich, weisen Sie bestimmt, aber höflich auf Ihr Recht hin.

Diese Regelung ist ein entscheidender Sieg für die Umwelt und für Sie als bewussten Konsumenten. Sie normalisiert den Konsum von Leitungswasser und setzt ein klares Zeichen gegen die Wegwerfkultur. Wie das spanische Umweltministerium im Gesetzestext festhält, ist die Absicht unmissverständlich:
Los establecimientos del sector de la hostelería y restauración se tendrá que ofrecer siempre a los consumidores, clientes o usuarios de sus servicios, la posibilidad de consumo de agua no envasada de manera gratuita y complementaria a la oferta del mismo establecimiento.
– Spanisches Umweltministerium, Ley 7/2022, Artikel 18.3
Indem Sie dieses Recht konsequent einfordern, werden Sie Teil der Lösung. Sie sparen nicht nur Geld und vermeiden Plastik, sondern Sie zwingen die Gastronomie auch, diese nachhaltige Praxis als neuen Standard zu etablieren. Jeder „Jarrafon“, den Sie bestellen, ist eine Stimme gegen die Plastiklobby.
Wie Sie mit eigenen Dosen und Beuteln auf dem Mercado einkaufen, ohne schief angesehen zu werden?
Der Einkauf auf einem spanischen „Mercado“ ist ein Fest für die Sinne, kann aber schnell zu einer Falle für Plastikverpackungen werden. Um hier wirklich abfallfrei einzukaufen, reicht es nicht, nur eine Stofftasche dabei zu haben. Sie müssen den kulturellen Code des Marktes verstehen und respektieren. Wer einfach in die Auslage greift, um seine Tomaten selbst in den mitgebrachten Beutel zu füllen, begeht einen Fauxpas und wird auf Widerstand stossen.
Die goldene Regel auf fast allen spanischen Märkten lautet: „No tocar“ – nicht anfassen. Die Ware wird ausschliesslich vom Verkäufer gehandhabt. Dies hat mit Hygiene, Tradition und dem Stolz auf die präsentierten Produkte zu tun. Ihr Wunsch nach Müllvermeidung muss sich diesem ungeschriebenen Gesetz unterordnen. Die Lösung ist einfach und respektvoll: Sie treten an den Stand, wählen mit den Augen aus und reichen dem Verkäufer Ihren leeren Behälter oder Netzbeutel.
Der Schlüssel zur Akzeptanz: Die richtige Formulierung
Der entscheidende Moment ist die Kommunikation. Anstatt umständlich zu erklären, warum Sie Plastik vermeiden wollen, nutzen Sie eine einfache, direkte Bitte. Nachdem Sie Ihre Auswahl getroffen haben, halten Sie Ihren Behälter hin und sagen: „¿Me lo puede poner aquí, por favor?“ (Können Sie es mir bitte hier hineinlegen?). Diese Frage ist der Schlüssel. Sie respektiert die Autorität des Verkäufers über die Ware und formuliert Ihren Wunsch als höfliche Bitte. In 99% der Fälle werden die Verkäufer, die sich zunehmend an umweltbewusste Kunden gewöhnen, dem gerne nachkommen. Diese respektvolle Herangehensweise ist weitaus effektiver als jede Diskussion über Umweltschutz.
Diese Methode funktioniert für fast alles: Oliven, Käse, Schinken, Obst und Gemüse. Seien Sie vorbereitet und bringen Sie eine Auswahl an leichten Dosen, Gläsern und Beuteln mit. Zeigen Sie durch Ihre gut organisierte Vorbereitung, dass dies für Sie eine Selbstverständlichkeit ist. Mit der Zeit werden die Verkäufer Sie wiedererkennen und Ihr Verhalten wird zum normalen Ablauf. So werden Sie vom potenziellen Störenfried zum respektierten Stammkunden, der aktiv zur Müllreduktion auf dem Markt beiträgt.
Wie Sie ein Strandpicknick organisieren, ohne einen Berg aus Plastikverpackungen zu hinterlassen?
Ein Picknick am Strand ist ein Highlight jedes Spanienurlaubs, aber oft auch eine Quelle für riesige Mengen an Einwegplastik. Chips-Tüten, Plastikbesteck, Verpackungen von Fertigsalaten und Getränkeflaschen verwandeln einen idyllischen Tag schnell in ein ökologisches Desaster. Ein „Zero-Waste“-Picknick ist möglich, erfordert aber eine bewusste Planung und die Abkehr von der Bequemlichkeit des Supermarkts. Das Ziel: ein Null-Toleranz-Picknick, bei dem von vornherein kein Müll anfällt.
Der Schlüssel liegt darin, die Zutaten unverpackt an der Quelle zu kaufen – auf dem Markt und in lokalen Läden. Planen Sie Ihr Picknick wie ein authentisches spanisches Mahl, nicht wie eine Ansammlung von Snacks. Das ist nicht nur nachhaltiger, sondern auch geschmacklich eine Offenbarung.
- Brot: Kaufen Sie frisches Brot in einer „panadería“ und transportieren Sie es in Ihrem eigenen Stoffbeutel.
- Käse und Schinken: Lassen Sie sich „queso“ und „jamón“ an der Frischetheke des „mercado“ abschneiden und direkt in Ihre mitgebrachten Behälter legen.
- Oliven und Eingelegtes: Füllen Sie sich eine Portion aus Ihrem eigenen Vorratsglas ab, anstatt eine neue Plastikschale zu kaufen.
- Obst und Gemüse: Kaufen Sie Früchte wie Melonen, Pfirsiche und Kirschen lose und transportieren Sie sie in wiederverwendbaren Netzen.
- Getränke: Wählen Sie Wein, Bier oder Limonade in Glasflaschen anstatt in Plastikflaschen oder Dosen. Füllen Sie Wasser in Ihre wiederverwendbare Flasche.
Das spanische Müllsystem verstehen und Strafen vermeiden
Sollte dennoch Müll anfallen, ist die korrekte Entsorgung unerlässlich. An spanischen Stränden gilt ein striktes Trennsystem. Die gelbe Tonne („envases“) ist für alle Arten von Verpackungen (Plastik, Metall, Tetrapaks), die blaue Tonne („papel“) für Papier und Pappe. Verstösse gegen die Müllentsorgung, insbesondere das Hinterlassen von Abfall am Strand, können mit empfindlichen Strafen („multas“) geahndet werden. Viele Strände, wie an der Costa del Sol, setzen auf Aufklärung und haben Informationstafeln installiert, die die direkten, tödlichen Auswirkungen von Plastikmüll auf Meeresschildkröten und andere Tiere im Mittelmeer zeigen. Handeln Sie verantwortungsbewusst.
Warum Sie Eintrittskarten und Bordkarten nicht ausdrucken sollten?
Im digitalen Zeitalter ist das Ausdrucken von Reiseunterlagen nicht nur unnötig, sondern eine pure Ressourcenverschwendung. Jeder ausgedruckte Zettel – ob Bordkarte, Museumsticket oder Zugreservierung – ist ein Relikt aus einer vergangenen Zeit. Die digitale Infrastruktur in Spanien ist hervorragend ausgebaut, und es gibt keinen rationalen Grund mehr, auf Papier zu bestehen. Der Umstieg auf eine rein digitale Organisation ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Schritt zur Reduzierung Ihres ökologischen Fussabdrucks.
Die Akzeptanz von digitalen Tickets ist überwältigend. Laut dem Spain Tourism Sustainability Report akzeptieren praktisch 99% der spanischen Museen, Verkehrsbetriebe (wie RENFE und ALSA) und grossen touristischen Attraktionen QR-Codes direkt vom Smartphone. Die Ausrede „sicher ist sicher“ gilt nicht mehr. Ein gut organisiertes digitales System ist zuverlässiger als ein Stapel loser Zettel, die verloren gehen oder nass werden können. Es geht darum, Vertrauen in die Technologie zu haben und die eigenen Gewohnheiten konsequent zu ändern.

Die Umstellung erfordert ein Minimum an Organisation. Es geht nicht darum, hektisch in E-Mails nach dem richtigen Ticket zu suchen, sondern ein System zu etablieren, das schneller und effizienter ist als jede Papiersammlung. Nutzen Sie die Werkzeuge, die Ihr Smartphone Ihnen bereits bietet, und ergänzen Sie sie durch spezialisierte Apps.
Ihr Aktionsplan für digitale Reiseunterlagen
- Zentralisieren: Speichern Sie alle Tickets und Bordkarten mit QR-Code zentral in der Wallet-App Ihres Smartphones.
- Spezial-Apps nutzen: Verwenden Sie Apps wie Trainline für Zugtickets in ganz Spanien. Diese bündeln alle Buchungen an einem Ort.
- Backup erstellen: Machen Sie Screenshots der wichtigsten QR-Codes und speichern Sie diese in einem dedizierten Fotoalbum auf Ihrem Handy als Offline-Backup.
- Stromversorgung sichern: Führen Sie immer eine kleine, geladene Powerbank mit, um zu verhindern, dass ein leerer Akku Ihre Pläne durchkreuzt.
- Offline-Zugriff aktivieren: Aktivieren Sie die Offline-Speicherung für alle wichtigen Dokumente in Ihren Cloud-Diensten (z.B. Google Drive, Dropbox) für den Fall von Funklöchern.
Warum das Abduschen des Sandes am Strand reine Wasserverschwendung ist?
Die Stranddusche – für viele ein unverzichtbares Ritual nach dem Bad im Meer. Doch in einem Land, das unter einer der schlimmsten Dürren seiner Geschichte leidet, ist dieses Verhalten keine harmlose Gewohnheit mehr, sondern eine inakzeptable Wasserverschwendung. Besonders in Regionen wie Andalusien ist die Situation so dramatisch, dass jede Dusche zählt. Das Abduschen von ein paar Sandkörnern mit kostbarem Trinkwasser ist ein Luxus, den sich Spanien nicht mehr leisten kann.
Die Fakten sind alarmierend. Aktuellen Daten der andalusischen Wasserbehörde zufolge stehen die Stauseen der Provinz Málaga bei nur 15,6% ihrer Kapazität. Infolgedessen wurden bereits zahlreiche Strandduschen komplett abgeschaltet. Wo sie noch laufen, ist ihre Nutzung ein Schlag ins Gesicht der lokalen Bevölkerung, die zum extremen Wassersparen aufgerufen ist. Als verantwortungsbewusster Tourist müssen Sie hier mit gutem Beispiel vorangehen und auf dieses Ritual verzichten. Der Sand lässt sich auch anders entfernen.
Es gibt zahlreiche effektive und wassersparende „Low-Tech“-Alternativen, die seit Generationen von Einheimischen praktiziert werden. Es ist an der Zeit, diese einfachen Techniken zu übernehmen, anstatt gedankenlos den Wasserhahn aufzudrehen.
- Trocknen lassen und bürsten: Der wichtigste Trick ist, den Sand auf der Haut vollständig trocknen zu lassen. Trockener Sand lässt sich mit einer weichen Bürste oder einem Handtuch mühelos entfernen, während nasser Sand klebt.
- Separates Handtuch: Nutzen Sie ein altes, separates Handtuch ausschliesslich für die Füsse.
- Babypuder: Ein bewährter Trick. Etwas Babypuder auf die Haut aufgetragen absorbiert die Feuchtigkeit und der Sand fällt fast von allein ab.
- Strandschuhe tragen: Minimieren Sie den direkten Kontakt der Füsse mit dem Sand, besonders auf dem Weg zurück zum Auto oder zur Unterkunft.
Der Verzicht auf die Stranddusche ist kein Komfortverlust, sondern ein Akt der Solidarität und des Respekts. Es ist eine kleine, aber symbolisch extrem wichtige Handlung, die Ihr Bewusstsein für die lokale Wasserkrise demonstriert.
Strom und Wasser: Wer zahlt die Rechnung bei einem Aufenthalt von mehr als 4 Wochen?
Wer für einen längeren Zeitraum in Spanien bleibt, etwa um zu überwintern oder für ein Sabbatical, muss sich unweigerlich mit der Frage der Nebenkosten auseinandersetzen. Bei Langzeitmieten ist es üblich, dass die Kosten für Strom („luz“) und Wasser („agua“) nicht pauschal im Mietpreis enthalten sind, sondern nach tatsächlichem Verbrauch abgerechnet werden. Diese Praxis soll zur Sparsamkeit anregen, kann für unachtsame Mieter aber zu einer bösen Überraschung am Ende des Aufenthalts führen.
Es ist entscheidend, sich der Kosten bewusst zu sein, insbesondere da der Verbrauch durch Klimaanlagen im Sommer oder elektrische Heizungen im Winter schnell in die Höhe schnellen kann. Eine transparente Regelung im Mietvertrag ist unerlässlich. Bestehen Sie darauf, dass der Inklusivverbrauch (falls vorhanden) und die genauen Preise pro Kilowattstunde (kWh) Strom und Kubikmeter (m³) Wasser schriftlich festgehalten werden. Eine sorgfältige Dokumentation bei An- und Abreise schützt Sie vor ungerechtfertigten Forderungen.
Die folgende Tabelle, basierend auf einer Analyse von Durchschnittsverbräuchen, gibt Ihnen eine Vorstellung von den zu erwartenden monatlichen Kosten für eine Ferienwohnung. Bedenken Sie, dass dies nur Richtwerte sind und Ihr individueller Verbrauch stark davon abweichen kann.
| Kostenart | Durchschnitt pro Monat | Mit Klimaanlage (Sommer) |
|---|---|---|
| Strom (luz) | 60-80€ | 150-200€ |
| Wasser (agua) | 30-40€ | 40-50€ |
| Gesamt | 90-120€ | 190-250€ |
Um die Kontrolle zu behalten und Streitigkeiten zu vermeiden, ist eine proaktive Dokumentation unerlässlich. Verlassen Sie sich nicht auf mündliche Absprachen. Schaffen Sie Fakten durch Fotos und schriftliche Vereinbarungen.
- Bei Ankunft: Machen Sie sofort klare Fotos von allen Zählerständen („contadores“).
- Vertrag prüfen: Klären Sie schriftlich, was im Preis inbegriffen ist und was pro Einheit (kWh/m³) extra kostet.
- Laufend dokumentieren: Erfassen Sie monatliche Zwischenstände, um den Überblick über Ihren Verbrauch zu behalten.
- Bei Abreise: Fotografieren Sie erneut alle Zählerstände als Beweis für den Endstand.
- Sichern: Speichern Sie alle Fotos mit Zeitstempel sicher in einer Cloud.
Das Wichtigste in Kürze
- Ihr Recht durchsetzen: In Spanien ist kostenloses Leitungswasser in der Gastronomie gesetzlich garantiert. Fordern Sie es ein.
- Technologie nutzen: Apps sind Ihr wichtigstes Werkzeug, um systematisch und zuverlässig kostenlose Trinkwasserquellen zu finden.
- Wasser als kostbares Gut behandeln: Angesichts der extremen Dürre im Süden Spaniens ist radikales Wassersparen (kurze Duschen, Verzicht auf Strandduschen) eine moralische Pflicht.
Trockenheit im Süden: Warum Sie Ihre Duschgewohnheiten in Andalusien drastisch ändern müssen
Die Debatte über Nachhaltigkeit im Tourismus erreicht in Südspanien einen kritischen Punkt, an dem es nicht mehr um freiwillige Massnahmen, sondern um überlebensnotwendige Einschränkungen geht. Die Dürre, insbesondere in Andalusien, hat ein historisches Ausmass erreicht. Es ist keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern eine akute Krise, die den Alltag der Menschen bestimmt. Als Tourist tragen Sie eine besondere Verantwortung, den Wasserverbrauch nicht weiter anzuheizen.
Die Situation ist dramatisch. Wie die Costa Nachrichten über die extreme Dürre berichtet, mussten 80.000 Menschen im Norden Córdobas im Zeitraum 2023-2024 über Tankwagen mit Trinkwasser versorgt werden, weil die lokalen Reservoirs ausgetrocknet waren. In vielen Gemeinden gibt es nächtliche Wasserabsperrungen, das Befüllen von Pools ist verboten und die Landwirtschaft kämpft ums Überleben. In diesem Kontext ist das lange, gedankenlose Duschen nach einem Strandtag nicht nur ignorant, sondern zutiefst unsolidarisch.
Sie müssen Ihre Gewohnheiten radikal ändern. Es geht nicht darum, ein paar Sekunden zu sparen, sondern darum, den Verbrauch fundamental zu reduzieren. Betrachten Sie Wasser als das, was es in Andalusien ist: eine extrem knappe und kostbare Ressource. Ihre Urlaubsroutine muss sich dieser Realität unterwerfen.
Die folgende Checkliste ist kein freundlicher Vorschlag, sondern eine dringende Handlungsanweisung für jeden Andalusien-Besucher:
- Duschen unter 3 Minuten: Stoppen Sie die Zeit. Drei Minuten müssen ausreichen.
- Wasser abstellen: Stellen Sie das Wasser beim Einseifen von Körper und Haaren komplett ab. Jeder Tropfen zählt.
- Handtücher mehrfach nutzen: Benutzen Sie Ihre Handtücher mindestens drei Tage lang. Dies reduziert die Menge an Hotelwäsche und den damit verbundenen enormen Wasserverbrauch.
- Tropfende Hähne melden: Melden Sie jeden tropfenden Wasserhahn oder jede undichte Spülung sofort der Rezeption.
- Zimmerreinigung abbestellen: Verzichten Sie auf die tägliche Zimmerreinigung, wenn es nicht absolut notwendig ist.
Ihre Reise nach Spanien ist eine Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen. Seien Sie nicht Teil des Problems, sondern werden Sie zum Vorbild für einen Tourismus, der die Ressourcen des Gastlandes respektiert. Beginnen Sie noch heute damit, diese Prinzipien in Ihre Reiseplanung und Ihr Verhalten vor Ort zu integrieren. Handeln Sie jetzt.