Veröffentlicht am Mai 17, 2024

Der Schlüssel zur Senkung des Cholesterins durch die spanische Küche liegt nicht im Verzicht, sondern in der bewussten Auswahl und Zubereitung vor Ort.

  • Die Qualität des Olivenöls ist entscheidend: Natives Olivenöl Extra für kalte Speisen, einfacheres Olivenöl zum Braten.
  • Gesunde Tapas wie Fisch „a la plancha“ und Gemüsegerichte sind frittierten Alternativen wie „Croquetas“ klar vorzuziehen.
  • Der direkte Einkauf bei lokalen Erzeugern („Cooperativas“, „Km 0“) garantiert maximale Frische, Nährstoffdichte und schont den Geldbeutel.

Empfehlung: Ersetzen Sie konsequent Butter und andere gesättigte Fette durch hochwertiges Olivenöl und wählen Sie gezielt unverarbeitete, gegrillte oder gedämpfte Gerichte, um die volle gesundheitliche Wirkung zu entfalten.

Die Vorstellung eines Spanienurlaubs weckt Bilder von sonnenverwöhnten Stränden, lebhaften Gassen und natürlich von unwiderstehlichem Essen. Doch für gesundheitsbewusste Geniesser schwingt oft eine Sorge mit: Wie passen Tapas, Paella und Co. zu dem Ziel, die Cholesterinwerte im Griff zu behalten oder sogar zu verbessern? Viele Ratschläge zur Mittelmeerdiät bleiben an der Oberfläche und predigen den Konsum von Fisch und Olivenöl, ohne die entscheidenden Details zu beleuchten. Man steht vor der Theke, umgeben von frittierten Köstlichkeiten und fragt sich, wo die vielgepriesene gesunde Küche versteckt ist.

Die Antwort liegt nicht in pauschalen Verboten, sondern in einer Art „kulinarischer Navigation“. Es geht darum, die Spreu vom Weizen zu trennen und die wahren Schätze der spanischen Esskultur zu identifizieren. Der Unterschied zwischen einem industriell hergestellten Supermarkt-Öl und einem frisch gepressten Öl aus einer lokalen Kooperative ist nicht nur geschmacklich, sondern auch gesundheitlich immens. Genau hier setzt unser Ansatz an: Wir gehen über die typischen Empfehlungen hinaus und zeigen Ihnen, wie Sie vor Ort die richtigen Entscheidungen treffen.

Dieser Artikel ist Ihr praktischer Leitfaden, um die cholesterinsenkende Kraft der spanischen Küche aktiv zu nutzen. Anstatt nur zu wissen, *was* Sie essen sollten, lernen Sie, *wie* Sie es erkennen, *wo* Sie es finden und *warum* es einen Unterschied macht. Vergessen Sie die Angst vor dem Urlaubsgenuss – entdecken Sie, wie Sie mit Genuss-Intelligenz Ihre Gesundheit fördern und Ihre Cholesterinwerte auf schmackhafte Weise optimieren können.

In den folgenden Abschnitten finden Sie praxisnahe Tipps und fundiertes Wissen, um sich souverän durch die kulinarische Landschaft Spaniens zu bewegen. Machen Sie sich bereit, die spanische Küche neu zu entdecken.

Warum „Virgen Extra“ nicht zum Braten, sondern für den Salat verschwendet wäre?

Die zentrale Säule der spanischen Küche ist Olivenöl, doch nicht jedes Öl ist gleich. Die Unterscheidung zwischen den Qualitätsstufen ist für Ihre Gesundheit entscheidend. Natives Olivenöl Extra („Aceite de Oliva Virgen Extra“ oder AOVE) ist die höchste Güteklasse. Es wird kalt gepresst und ist reich an Polyphenolen – starken Antioxidantien, die entzündungshemmend wirken und das „schlechte“ LDL-Cholesterin vor Oxidation schützen. Diese wertvollen Inhaltsstoffe sind jedoch hitzeempfindlich. Wird AOVE hoch erhitzt, wie beim Braten, gehen nicht nur die Polyphenole verloren, sondern auch der feine, fruchtige Geschmack. Es ist also buchstäblich eine Verschwendung, dieses „flüssige Gold“ in die Pfanne zu geben.

Für kalte Anwendungen wie Salate, zum Beträufeln von Gemüse oder als Finish für eine fertige Suppe ist AOVE unschlagbar. Hier entfaltet es sein volles Aroma und seine gesundheitliche Wirkung. Eine grosse Studie belegt, dass bereits 40 g täglich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 30 % senken können. Zum Braten eignet sich ein einfacheres, raffiniertes Olivenöl oder ein spezielles Brat-Olivenöl. Diese sind hitzestabiler und preisgünstiger. Eine gute Wahl ist hier oft die Sorte Picual, die von Natur aus hitzeresistenter ist.

Die richtige Wahl des Öls hängt also stark von der Verwendung ab. Die folgende Übersicht hilft bei der Orientierung:

Olivensorten und ihre Verwendung in der Küche
Sorte Eigenschaften Beste Verwendung
Picual Viel Körper und leichte Bitterkeit, verträgt Hitze gut Braten, Gazpacho
Arbequina Schmeckt nach Apfel und Mandel, äusserst weich Kalte Anwendungen, Gemüse, Fisch
Hojiblanca Leicht süss und mild Backen, Nudelgerichte

Indem Sie Ihr Wissen über Olivenöl gezielt einsetzen, machen Sie den ersten und wichtigsten Schritt, um die spanische Küche für Ihre Herzgesundheit zu nutzen.

Wie Sie frischen Fisch auf dem Markt erkennen, auch wenn Sie die Sprache nicht sprechen?

Fisch ist ein weiterer Eckpfeiler der cholesterinsenkenden Mittelmeerdiät, reich an wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Doch alle gesundheitlichen Vorteile nützen nichts, wenn der Fisch nicht frisch ist. Auf einem lebhaften spanischen Markt („mercado“) kann man sich ohne Sprachkenntnisse schnell überfordert fühlen. Zum Glück verrät der Fisch seine Qualität durch universelle, visuelle Zeichen. Ihre Augen und Ihre Nase sind dabei Ihre besten Werkzeuge, um eine exzellente Wahl zu treffen, ganz ohne ein Wort Spanisch sprechen zu müssen.

Achten Sie zunächst auf die Augen des Fisches: Sie sollten klar, prall und glänzend sein, nicht trüb oder eingefallen. Trübe Augen sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Fisch schon länger liegt. Der nächste Blick gilt den Kiemen. Heben Sie den Kiemendeckel vorsichtig an. Frischer Fisch hat leuchtend rote Kiemen. Sind sie bräunlich oder blass, lassen Sie lieber die Finger davon. Die Haut sollte fest, elastisch und von einer klaren Schleimschicht überzogen sein. Wenn Sie sanft darauf drücken, sollte die Delle sofort wieder verschwinden. Ein neutraler, leicht salziger Geruch nach Meer ist ebenfalls ein gutes Zeichen. Riecht der Fisch stark „fischig“ oder nach Ammoniak, ist er nicht mehr frisch.

Visueller Guide zur Erkennung von frischem Fisch auf spanischen Märkten

Diese visuellen Prüfungen sind Ihre universelle Sprache auf jedem Markt der Welt. Vertrauen Sie Ihren Sinnen mehr als jedem Preisschild. Ein frischer, qualitativ hochwertiger Fisch benötigt kaum mehr als etwas Olivenöl, Zitrone und Kräuter, um zu einem Festmahl zu werden, das nicht nur köstlich schmeckt, sondern auch aktiv zur Gesundheit Ihrer Gefässe beiträgt. Bitten Sie den Händler mit einer Geste, den Fisch „a la plancha“ (gegrillt) zuzubereiten, eine der gesündesten Methoden.

  • Klare, nicht trübe Augen als Zeichen maximaler Frische
  • Leuchtend rote Kiemen statt bräunlicher Verfärbung
  • Pralle, elastische Haut, die bei Druck zurückfedert
  • Neutraler bis leicht salziger Meeresgeruch ohne Fischigkeit
  • Glänzende, fest anliegende Schuppen

Mit diesem Wissen ausgestattet, wird der Gang über den spanischen Markt zu einer spannenden Entdeckungsreise statt zu einer unsicheren Herausforderung.

Tapas ohne Brot: Welche spanischen Gerichte von Natur aus sicher für Zöliakie-Betroffene sind?

Die spanische Tapas-Kultur ist ein Synonym für Geselligkeit und Genuss. Für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit kann sie jedoch ein Minenfeld sein, da Brot („pan“) allgegenwärtig ist und Gluten sich oft in Panaden oder Saucen versteckt. Die gute Nachricht ist: Viele der authentischsten und gesündesten Tapas sind von Natur aus glutenfrei. Der Fokus liegt hier auf reinen, unverarbeiteten Zutaten, die direkt aus dem Meer oder vom Feld kommen und schonend zubereitet werden. Diese Gerichte sind nicht nur sicher, sondern oft auch die beste Wahl für eine cholesterinbewusste Ernährung.

Anstatt sich auf die üblichen Verdächtigen wie „Patatas bravas“ (deren Sauce Mehl enthalten kann) oder frittierte „Croquetas“ zu stürzen, sollten Sie gezielt nach Gerichten Ausschau halten, die „a la plancha“ (gegrillt) oder „al vapor“ (gedämpft) zubereitet werden. Meeresfrüchte sind hier eine fantastische Option. Fragen Sie nach „Gambas al ajillo“ (Garnelen in Knoblauchöl) oder „Pulpo a la gallega“ (Oktopus mit Paprika und Olivenöl). Auch „Mejillones al vapor“ (gedämpfte Miesmuscheln) sind eine exzellente, leichte und proteinreiche Wahl.

Bei den Gemüse-Tapas sind „Pimientos de Padrón“ (kleine, gebratene grüne Paprikaschoten) ein Klassiker, der fast immer glutenfrei ist. Auch Pilzgerichte wie „Setas al ajillo“ (Knoblauchpilze) oder einfach gegrilltes Gemüse („Verduras a la plancha“) sind sichere und nährstoffreiche Optionen. Indem Sie sich auf diese naturbelassenen Gerichte konzentrieren, umgehen Sie nicht nur Gluten, sondern auch die ungesunden Fette und leeren Kalorien vieler anderer Tapas. Es ist eine Win-Win-Situation für den Gaumen und die Gesundheit.

  • Gambas al ajillo – Knoblauchgarnelen in Olivenöl
  • Pulpo a la gallega – Oktopus mit Paprika und Olivenöl
  • Pimientos de Padrón – Gebratene grüne Paprikaschoten
  • Mejillones al vapor – Gedämpfte Miesmuscheln
  • Setas al ajillo – Knoblauchpilze
  • Riñones al Jerez – Nierchen in Sherry

So wird der Tapas-Abend zu einem unbeschwerten Genusserlebnis, das im Einklang mit Ihren gesundheitlichen Zielen steht.

Das Risiko, „Tapas“ mit „Frittiertem“ gleichzusetzen, und welche gesunden Alternativen es gibt

Für viele Touristen ist der erste Kontakt mit Tapas eine Vitrine voller frittierter Bällchen und panierter Ringe. Das grösste Missverständnis ist, den Begriff „Tapas“ mit „frittiert“ gleichzusetzen. Während „Croquetas“ (Kroketten), „Calamares fritos“ (frittierte Tintenfischringe) und „Chipirones“ (frittierte kleine Kalmare) zweifellos beliebt sind, repräsentieren sie nur einen kleinen, und oft den ungesündesten, Teil der Tapas-Welt. Der exzessive Konsum dieser Gerichte kann die positiven Effekte der Mittelmeerdiät zunichtemachen, da sie reich an gesättigten Fetten und Transfetten aus dem Frittieröl sind – genau das, was man bei hohen Cholesterinwerten meiden sollte.

Die Kunst der „Genuss-Intelligenz“ besteht darin, die gesunden Alternativen zu erkennen und bewusst zu wählen. Anstatt frittierter Calamares, bestellen Sie „Sepia a la plancha“ (gegrillter Tintenfisch). Anstelle von fettigen Kroketten, wählen Sie „Ensaladilla rusa“ (ein Kartoffelsalat, oft mit Thunfisch und Gemüse) oder eine Portion „Boquerones en vinagre“ (in Essig marinierte Sardellen), die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Wie das AOK Gesundheitsmagazin hervorhebt, ist die Alpha-Linolensäure aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren besonders effektiv für gute Cholesterinwerte.

Stellen Sie sich ein einfaches Ampelsystem vor, um Ihre Auswahl zu steuern. Dieses mentale Modell hilft Ihnen, auf einen Blick eine ausgewogene und herzgesunde Mahlzeit zusammenzustellen.

„Alpha-Linolensäure aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist besonders effektiv für gute Cholesterinwerte“

– AOK Gesundheitsmagazin, Cholesterin senken mit der richtigen Ernährung

Tapas-Ampelsystem für gesunde Auswahl
Kategorie Beispiele Gesundheitswert
Grün (Optimal) Pimientos de Padrón, Mejillones al vapor, Gazpacho Niedrig in Kalorien, reich an Nährstoffen
Gelb (Moderat) Patatas bravas, Tortilla española Je nach Zubereitung und Portion
Rot (Selten) Croquetas, Calamares fritos, Chipirones Hoch in Fett durch Frittierung

Eine klug zusammengestellte Tapas-Auswahl ist eine der köstlichsten und abwechslungsreichsten Arten, sich gesund zu ernähren.

Wann Sie Gazpacho bestellen sollten und warum sie im Winter oft aus der Tüte kommt?

Gazpacho, die kalte Gemüsesuppe aus Andalusien, ist der Inbegriff einer gesunden, erfrischenden Mahlzeit. Sie besteht hauptsächlich aus rohem Gemüse wie Tomaten, Paprika und Gurken, verfeinert mit Olivenöl und Knoblauch – eine wahre Nährstoffbombe, reich an Vitaminen und Antioxidantien. Doch es gibt einen entscheidenden Faktor, der über Qualität und Gesundheitswert bestimmt: die Saisonalität. Gazpacho ist ein Sommergericht, und das aus gutem Grund. Die besten, geschmacksintensivsten Tomaten und Paprika reifen unter der spanischen Sommersonne.

Bestellen Sie Gazpacho in den heissen Monaten von Juni bis September, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, eine frisch zubereitete Version („casero“ – hausgemacht) zu erhalten. Der Geschmack ist unvergleichlich: intensiv, frisch und komplex. In dieser Form ist die Suppe ein Kraftpaket an Lycopin (aus den Tomaten) und Vitamin C, das den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen kann. Im Winter hingegen sind qualitativ hochwertige, reife Tomaten Mangelware. Viele Restaurants greifen dann auf eine bequeme, aber minderwertige Alternative zurück: fertige Gazpacho aus dem Tetra Pak.

Diese industriell hergestellten Suppen können zwar praktisch sein, haben aber oft entscheidende Nachteile. Sie enthalten häufig mehr Salz und Zucker als eine hausgemachte Variante und haben durch die Pasteurisierung einen Teil ihrer hitzeempfindlichen Vitamine verloren. Der Geschmack ist oft flach und eindimensional. Fragen Sie im Restaurant daher direkt: „¿El gazpacho es casero?“ (Ist die Gazpacho hausgemacht?). Wenn Sie im Winter Appetit auf eine gesunde Gemüsesuppe haben, ist eine warme „Sopa de verduras“ oder eine „Crema de calabacín“ (Zucchinicremesuppe) oft die bessere und frischere Wahl.

Indem Sie saisonal denken, geniessen Sie nicht nur den besten Geschmack, sondern versorgen Ihren Körper auch mit der maximalen Konzentration an wertvollen Nährstoffen.

Woran Sie erkennen, ob der Honig wirklich aus der Region stammt oder gemischt ist?

Honig ist in Spanien ein traditionelles Naturprodukt, das oft als gesunde Alternative zu Zucker gepriesen wird. Doch der globale Markt ist überschwemmt mit billigen Honigmischungen unklarer Herkunft. Um sicherzustellen, dass Sie einen reinen, regionalen Honig mit all seinen potenziellen gesundheitlichen Vorteilen kaufen, müssen Sie lernen, die Etiketten zu entschlüsseln und auf Qualitätsmerkmale zu achten. Ein echter spanischer Berghonig ist ein völlig anderes Produkt als eine anonyme „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“.

Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist die Herkunftsangabe. Suchen Sie nach geschützten Ursprungsbezeichnungen wie „Miel de la Alcarria D.O.P.“ oder zumindest dem klaren Hinweis „Cosechado en España“ (Geerntet in Spanien). Ein weiteres untrügliches Zeichen für Qualität ist die Sortenangabe. Echter Imkerhonig wird oft als sortenrein verkauft, z.B. als Rosmarin-, Orangenblüten- oder Thymianhonig. Diese spezifischen Aromen kann ein Industrieprodukt nicht imitieren. Kaufen Sie am besten direkt beim „Apicultor“ (Imker) auf einem Markt oder in einer „Cooperativa“.

Authentischer spanischer Honig direkt vom lokalen Imker

Lassen Sie sich nicht von Kristallisation abschrecken. Im Gegenteil: Kristallisation ist ein natürlicher Prozess und ein Zeichen dafür, dass der Honig nicht stark erhitzt oder übermässig gefiltert wurde. Flüssiger, klarer Honig im Supermarktregal ist oft ein Indiz für industrielle Verarbeitung, bei der wertvolle Enzyme und Pollen verloren gehen. Ein echter, regionaler Honig ist ein Stück Terroir und bietet ein komplexes Geschmackserlebnis, das weit über reine Süsse hinausgeht.

Checkliste: Authentischen spanischen Honig erkennen

  1. Herkunft prüfen: Suchen Sie nach „Cosechado en España“ oder D.O.P.-Siegeln. Meiden Sie „Mischung aus EU-/Nicht-EU-Ländern“.
  2. Sortenreinheit beachten: Gibt es eine spezifische Angabe wie „Romero“ (Rosmarin) oder „Azahar“ (Orangenblüte)?
  3. Kristallisation bewerten: Betrachten Sie eine feste Konsistenz als Qualitätsmerkmal, nicht als Mangel.
  4. Verkaufsort wählen: Kaufen Sie bevorzugt direkt beim Imker („Apicultor“) oder in einer Kooperative („Cooperativa“).
  5. Etikett lesen: Enthält es Informationen über den Imker und die genaue Region der Ernte?

So stellen Sie sicher, dass Sie nicht nur eine Süssigkeit, sondern ein echtes, nährstoffreiches Naturprodukt mit nach Hause nehmen.

Warum Sie Olivenöl in der Kooperative kaufen sollten und nicht im Supermarkt?

Der vielleicht grösste Hebel, um von den gesundheitlichen Vorteilen des Olivenöls zu profitieren, ist der direkte Einkauf bei einer landwirtschaftlichen Kooperative („Cooperativa“). Während Supermärkte oft Öle von Grossabfüllern anbieten, bei denen Herkunft und Erntezeitpunkt unklar sind, bietet der Kauf in einer Kooperative Transparenz, Frische und ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Dies ist der Kern des „Kooperativen-Vorteils“: Sie erhalten ein Premium-Produkt direkt vom Erzeuger.

Kooperativen sind Zusammenschlüsse lokaler Olivenbauern, die ihre Ernte gemeinsam verarbeiten und vermarkten. Der entscheidende Vorteil ist die kurze Zeit zwischen Ernte und Pressung. Viele Kooperativen garantieren eine Verarbeitung innerhalb von 24 Stunden, was entscheidend für einen niedrigen Säuregehalt und einen hohen Polyphenolgehalt ist. Sie kaufen praktisch direkt an der Quelle. Preislich ist der Unterschied enorm: Während Sie für ein hochwertiges AOVE im deutschen Feinkosthandel leicht 25-30€ pro Liter zahlen, erhalten Sie in spanischen Kooperativen eine vergleichbare Qualität oft schon für 10-12€ pro Liter.

Fallbeispiel: Cooperativa Las Valdesas – Direktverkauf aus Andalusien

Diese Kooperative aus der Nähe von Córdoba in Andalusien ist ein perfektes Beispiel. Die Ernte beginnt Ende Oktober, und die Oliven werden innerhalb von 24 Stunden in der eigenen Mühle verarbeitet, was maximale Frische garantiert. Sie bieten sogar einen direkten Versand nach Deutschland an, wodurch Kunden Zugang zu frischem, hochwertigem Öl zu fairen Preisen erhalten, wie eine Kundin bestätigt.

„I purchased 3 tins (2,5 l each) of Organic Extra Virgin Olive Oil (65% Hojiblanca and 35% Arbequina). These three tins lasted our two-person household 8 months. We liked the taste, and it was not too strong.“

– Kundenrezension, Las Valdesas Website

Dieser direkte Einkauf ist nicht nur ein finanzieller Gewinn, sondern auch ein Garant für die gesundheitliche Wirksamkeit des Öls in Ihrer Küche.

Das Wichtigste in Kürze

  • Qualität vor Quantität: Die Wahl des richtigen Olivenöls (Natives Extra für Kaltes) und die Zubereitungsart (gegrillt statt frittiert) sind entscheidender als die reine Menge.
  • Saisonalität und Regionalität: Frisch geerntete, lokale Produkte wie Sommer-Gazpacho oder Honig vom Imker enthalten die meisten Nährstoffe und den besten Geschmack.
  • Direkt vom Erzeuger: Der Kauf in Kooperativen („Cooperativas“) oder „Km 0“-Restaurants garantiert maximale Frische, Transparenz und ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis.

Vom Feld auf den Teller: Warum „Km 0“-Restaurants in Spanien besser schmecken und die Umwelt schonen?

Das „Km 0“ oder „Slow Food“-Konzept gewinnt in Spanien zunehmend an Bedeutung und ist die logische Fortsetzung des Gedankens, direkt beim Erzeuger zu kaufen. „Km 0“-Restaurants verpflichten sich, ihre Zutaten von Lieferanten im unmittelbaren Umkreis zu beziehen. Dies bedeutet nicht nur eine enorme Reduzierung des CO2-Fussabdrucks durch kurze Transportwege, sondern vor allem ein unvergleichliches Mass an Frische und Nährstoffdichte. Es ist die Philosophie der „Wirkstoff-Küche“ in ihrer reinsten Form.

Wenn ein Restaurant sein Gemüse vom Bauern nebenan und sein Olivenöl von der Mühle im Dorf bezieht, kommen die Produkte auf dem Höhepunkt ihrer Reife auf den Teller. Bei Olivenöl bedeutet dies zum Beispiel einen maximalen Polyphenolgehalt. Messungen zeigen, dass ein Bio-Olivenöl der Frühernte bis zu 854 mg/kg Gesamtpolyphenole enthalten kann – ein Vielfaches dessen, was in einem lange gelagerten Supermarktöl zu finden ist. Diese Polyphenole sind die entscheidenden Wirkstoffe für die Herzgesundheit.

Diese Philosophie erstreckt sich auf alle Produkte: sonnengereifte Tomaten, die vor Aroma strotzen, fangfrischer Fisch, der am selben Morgen aus dem Meer gezogen wurde, und Käse von Tieren, die auf den umliegenden Weiden gegrast haben. Diese Frische schmeckt man nicht nur, man spürt auch ihre positive Wirkung. Suchen Sie nach Restaurants, die mit „Cocina de mercado“ (Marktküche) oder „Producto de proximidad“ (Nahbereichsprodukt) werben. Hier investieren Sie nicht nur in ein köstliches Essen, sondern auch direkt in Ihre Gesundheit und die lokale Wirtschaft.

„Die mediterrane Diät gilt als eines der effektivsten Gesamtkonzepte zur natürlichen Cholesterinsenkung und zur Förderung der Gefässgesundheit“

– Vitaes Gesundheit Magazin, Cholesterin natürlich senken mit mediterraner Diät

Der bewusste Genuss regionaler und saisonaler Produkte ist der Gipfel der gesunden spanischen Küche. Um das Konzept vollständig zu erfassen, ist es hilfreich, die Philosophie hinter "Km 0" zu verinnerlichen.

Beginnen Sie noch heute damit, diese Prinzipien anzuwenden, um Ihren nächsten Spanienurlaub zu einer kulinarischen und gesundheitlichen Erfolgsgeschichte zu machen.

Häufige Fragen zur glutenfreien Ernährung in Spanien

Wie frage ich nach glutenfreien Optionen auf Spanisch?

Sagen Sie: ‚Soy celíaco/a. ¿Este plato lleva harina de trigo, pan rallado o se fríe en el mismo aceite que las croquetas?‘ (Ich habe Zöliakie. Enthält dieses Gericht Weizenmehl, Paniermehl oder wird es im selben Öl wie die Kroketten frittiert?). Dies hilft, auch auf Kreuzkontamination hinzuweisen.

Welche versteckten Glutenquellen gibt es bei Tapas?

Die grössten Risiken sind Kreuzkontamination durch gemeinsam genutzte Friteusen, die Verwendung von Mehl zum Andicken von Saucen und die Zugabe von Paniermehl als Bindemittel in Frikadellen oder ähnlichen Gerichten. Fragen Sie im Zweifel immer nach.

Sind alle Meeresfrüchte-Tapas glutenfrei?

Die meisten ja, aber achten Sie auf die Zubereitungsweise. „A la plancha“ (gegrillt) oder „al vapor“ (gedämpft) ist in der Regel sicher. Seien Sie vorsichtig bei allem, was als „rebozado“ (paniert) oder „frito“ (frittiert) beschrieben wird, da hier fast immer eine glutenhaltige Panade verwendet wird.

Geschrieben von Miguel Kraus, Ausgebildeter Sommelier und ehemaliger Chefkoch mit baskisch-deutschen Wurzeln. Experte für spanische Gastronomie, Weinanbau und authentische lokale Produkte.