Veröffentlicht am März 15, 2024

Die grösste Gefahr in Andalusiens Sommerhitze ist nicht die Temperatur selbst, sondern der Versuch, deutsche Gewohnheiten beizubehalten.

  • Physiologische Anpassung: Lernen Sie, den Rhythmus der Einheimischen zu übernehmen, um Ihren Kreislauf zu schützen, anstatt gegen die Hitze anzukämpfen.
  • Präventive Kühlung: Die richtigen Materialien bei der Kleidung und eine intelligente Trinkstrategie sind entscheidender als eine ständig laufende Klimaanlage.

Empfehlung: Denken Sie wie ein Andalusier und handeln Sie präventiv wie ein Arzt. Akzeptieren Sie die Siesta nicht als Einschränkung, sondern als Ihre wichtigste medizinische Massnahme für einen gelungenen Urlaub.

Jedes Jahr im Juli wiederholt sich dasselbe Schauspiel in den Gassen von Sevilla, Córdoba und Granada. Man sieht zwei Gruppen von Menschen: Die einen, oft Touristen aus kühleren Gefilden, mit hochroten Köpfen, die sich von einem schattenlosen Platz zum nächsten schleppen. Die anderen, die Einheimischen, die entspannt in den wenigen kühlen Oasen des Tages verweilen, einen Fächer in der Hand, und das Leben geniessen. Als Arzt und Kenner der Region kann ich Ihnen sagen: Der Unterschied liegt nicht in der genetischen Veranlagung, sondern in der Strategie. Viele Reisende, insbesondere Familien, die an die deutschen Schulferien gebunden sind, haben keine andere Wahl, als im Hochsommer zu kommen. Die üblichen Ratschläge wie „viel trinken“ und „die Sonne meiden“ sind zwar richtig, aber sie kratzen nur an der Oberfläche.

Das eigentliche Geheimnis, um Andalusien bei 40 °C nicht nur zu überleben, sondern wirklich zu geniessen, liegt in einer tiefgreifenden Anpassung – einer kulturellen und physiologischen Assimilation. Es geht darum, den Körper nicht in einen permanenten Kampf gegen die Hitze zu zwingen, sondern ihn intelligent zu unterstützen. Was wäre, wenn die Siesta nicht nur eine charmante Tradition, sondern die wichtigste medizinische Präventivmassnahme Ihres Urlaubs ist? Was, wenn die Wahl zwischen Leinen und Polyester über Ihr Wohlbefinden entscheidet? Dieser Artikel ist Ihr medizinisch fundierter Leitfaden, um Hitzestress zu managen und die andalusische Sommerhitze wie ein Einheimischer zu meistern.

In den folgenden Abschnitten werden wir die wichtigsten Überlebensstrategien Punkt für Punkt durchgehen. Von der kritischen Zeit, in der Sie die Strassen meiden sollten, über die richtige Wahl Ihrer Unterkunft bis hin zu den Geheimnissen der nächtlichen Besichtigungen – wir geben Ihnen die Werkzeuge an die Hand, um Ihren Urlaub sicher und unvergesslich zu machen.

Warum Sie zwischen 14 und 17 Uhr nicht auf der Strasse sein sollten?

Die andalusische Siesta ist weit mehr als ein Mittagsschlaf; sie ist eine überlebenswichtige, kulturell verankerte Gesundheitsmassnahme. Aus medizinischer Sicht ist der Zeitraum zwischen 14 und 17 Uhr der gefährlichste des Tages. In diesen Stunden erreicht nicht nur die Lufttemperatur ihren absoluten Höhepunkt, sondern auch die Intensität der UV-Strahlung ist maximal. Gleichzeitig heizen sich Asphalt und Pflastersteine so stark auf, dass sie Wärme von unten abstrahlen. Ihr Körper wird also von allen Seiten thermisch belastet, was zu einer extremen Kreislaufbelastung führt. Der Versuch, in dieser Zeit Sightseeing zu betreiben, ist nicht nur unangenehm, sondern erhöht das Risiko für einen Hitzekollaps oder einen lebensgefährlichen Hitzschlag erheblich.

Die Einheimischen wissen das. Geschäfte schliessen, die Strassen leeren sich, und das öffentliche Leben verlagert sich in klimatisierte Innenräume. Anstatt gegen diesen Rhythmus anzukämpfen, sollten Sie ihn als festen Bestandteil Ihrer Reiseplanung annehmen. Diese „Zwangspause“ ist die perfekte Gelegenheit, die Energiereserven für den Abend aufzufüllen, wenn die Städte wieder zum Leben erwachen. Betrachten Sie die Siesta-Zeit nicht als verlorene Zeit, sondern als gewonnene Lebensqualität und Sicherheit.

Leere andalusische Plaza in der Mittagshitze mit geschlossenen Geschäften

Statt sich der Hitze auszusetzen, nutzen Sie diese Stunden intelligent. Besuchen Sie ein klimatisiertes Museum, geniessen Sie ein ausgedehntes Mittagessen in einem kühlen Restaurant oder ziehen Sie sich einfach in Ihr Hotelzimmer zurück. Dies ist der Kern der kulturellen Assimilation: nicht nur die Bräuche zu beobachten, sondern ihren tiefen, praktischen Sinn zu verstehen und für das eigene Wohlbefinden zu nutzen.

Wie Sie sicherstellen, dass Ihr Hotelzimmer über eine funktionierende AC und nicht nur einen Ventilator verfügt?

Eine der kritischsten Entscheidungen für Ihren Andalusien-Urlaub im Sommer treffen Sie bereits Monate im Voraus: bei der Buchung Ihrer Unterkunft. Eine funktionierende Klimaanlage (AC) ist kein Luxus, sondern eine medizinische Notwendigkeit. Während des Tages kann man der Hitze ausweichen, aber in der Nacht muss sich der Körper regenerieren können. Warme Nächte mit Temperaturen um 25 °C oder während einer Hitzewelle sogar 30 °C verhindern einen erholsamen Schlaf, belasten den Kreislauf und schwächen das Immunsystem. Ein einfacher Ventilator wälzt nur die heisse Luft um und bietet keine echte Abkühlung. Er kann die physiologische Regeneration nicht gewährleisten.

Das Problem: In Hotelbeschreibungen wird oft mit Begrifflichkeiten gespielt. Achten Sie auf den Unterschied zwischen „aire acondicionado“ und „climatización“. Ersteres bezeichnet eine echte Klimaanlage mit Kühlfunktion, während Letzteres oft nur ein zentrales Lüftungssystem beschreibt, das die Luft zwar bewegt, aber nicht signifikant kühlt. Seien Sie misstrauisch bei Formulierungen wie „klimatisierte öffentliche Bereiche“, denn das bedeutet oft, dass die Zimmer selbst keine AC haben. Suchen Sie in den Hotelbewertungen gezielt nach Kommentaren zur Klimaanlage im Sommer.

Zögern Sie nicht, das Hotel vor der Buchung direkt zu kontaktieren. Eine einfache E-Mail mit der Frage „¿Tiene la habitación aire acondicionado individual o es una climatización central?“ (Hat das Zimmer eine individuelle Klimaanlage oder eine zentrale Klimatisierung?) kann Ihnen viel Leid ersparen. Ein gutes Hotel wird diese Frage klar und ehrlich beantworten. Die Investition in ein Zimmer mit garantierter und individuell regelbarer Klimaanlage ist die beste Versicherung für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden während der Reise.

Leitungswasser oder Flasche: Was ist in Sevilla und Córdoba sicher zu trinken?

Die Frage der Flüssigkeitszufuhr ist bei 40 °C von zentraler Bedeutung. Die gute Nachricht zuerst: Das Leitungswasser in Andalusien ist grundsätzlich sicher. Tatsächlich entsprechen laut offiziellen Angaben 99,3% des Leitungswassers in Spanien den EU-Trinkwasserstandards. Sie können es also ohne Bedenken zum Zähneputzen, zum Waschen von Obst und Gemüse oder zum Kochen verwenden. Aus rein gesundheitlicher Sicht besteht kein Grund zur Sorge vor Infektionen.

Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen „sicher“ und „schmackhaft“. Das Wasser in den heissen Regionen wie Sevilla und Córdoba wird oft stark gechlort, um Keimfreiheit zu garantieren. Dieser hohe Chlorgehalt verleiht ihm einen für viele, insbesondere deutsche Gaumen, unangenehmen Beigeschmack. Dies führt oft dazu, dass man unbewusst weniger trinkt, was bei extremer Hitze schnell zu Dehydrierung führen kann. Daher ist die lokale Gewohnheit, Wasser in grossen 5- oder 8-Liter-Kanistern (genannt „garrafas“) im Supermarkt zu kaufen, nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch eine Strategie zur Sicherstellung einer ausreichenden Hydratation.

Grosse Wasserkanister im spanischen Supermarkt-Regal

Diese Praxis wird auch von Einheimischen und langjährigen Bewohnern geteilt, wie ein Erfahrungsbericht verdeutlicht:

Trotzdem bin ich vorsichtig, da der Makler, der uns das Haus vermietet hat, sofort gesagt hat, dass wir das Wasser auf keinen Fall trinken sollen! Er wohnt auch in der Nähe und kauft nur im Supermarkt Wasser oder eben am Wasserlaster.

– Anonym, Leben in Andalucia

Meine ärztliche Empfehlung lautet daher: Nutzen Sie das Leitungswasser für die Hygiene, aber investieren Sie in abgefülltes Wasser zum Trinken. Es ist preiswert und überall erhältlich. Füllen Sie morgens eine wiederverwendbare Flasche mit gekühltem Wasser aus Ihrer „garrafa“ auf und nehmen Sie sie überallhin mit. Denken Sie daran, regelmässig zu trinken, noch bevor der Durst einsetzt – Durst ist bereits das erste Anzeichen einer beginnenden Dehydrierung.

Der Fehler, Synthetik zu tragen, wenn Baumwolle und Leinen Leben retten können

Bei extremer Hitze ist Ihre Kleidung nicht nur eine Frage des Stils, sondern ein entscheidender Teil Ihrer persönlichen Klimaanlage. Der grösste Fehler, den Sie machen können, ist das Tragen von synthetischen Stoffen wie Polyester. Diese Materialien sind nicht atmungsaktiv. Sie blockieren die Verdunstung von Schweiss auf der Haut, was der wichtigste Mechanismus des Körpers zur Thermoregulation ist. Die Feuchtigkeit staut sich, die Kleidung klebt am Körper und die gefühlte Temperatur steigt dramatisch an. Physiologisch gesehen behindern Sie Ihren Körper aktiv dabei, sich selbst zu kühlen.

Die Lösung ist seit Jahrhunderten im Mittelmeerraum bekannt: Naturfasern. Leinen und Baumwolle sind die unangefochtenen Champions im Hitzemanagement. Leinen ist besonders effektiv, da es Feuchtigkeit exzellent aufnimmt und schnell wieder an die Umgebung abgibt, was einen kühlenden Effekt erzeugt. Baumwolle ist ebenfalls sehr atmungsaktiv und angenehm auf der Haut. Helle Farben sind dabei entscheidend, da sie das Sonnenlicht reflektieren, anstatt es zu absorbieren.

Der folgende Vergleich zeigt deutlich, warum die Materialwahl so kritisch ist.

Materialien im Hitze-Vergleich
Material Kühleffekt Feuchtigkeitsableitung Empfehlung
Leinen Exzellent Sehr gut Erste Wahl bei 40°C
Baumwolle Gut Gut Ideal für T-Shirts
Polyester Schlecht Minimal Unbedingt vermeiden
Merinowolle Mittel Gut Nur dünn und abends

Ihre Garderobe sollte also nicht auf modischen, sondern auf physiologischen Kriterien basieren. Weite Schnitte fördern die Luftzirkulation und verhindern, dass der Stoff auf der Haut klebt. Eine langärmelige, weisse Leinenbluse kann an einem sonnigen Tag kühler sein als ein enges, dunkles T-Shirt, da sie die Haut vor direkter Sonneneinstrahlung schützt.

Ihre Checkliste für die Hitzeschutz-Garderobe

  1. Weite Leinenhosen in hellen Farben für optimale Luftzirkulation
  2. Weisse Baumwollhemden mit langen Ärmeln zum UV-Schutz
  3. Espadrilles als authentische und luftige Schuhwahl
  4. Strohhut (sombrero de paja) mit breiter Krempe
  5. Traditioneller spanischer Fächer (abanico) als Kühl-Accessoire

Wann die Alhambra nachts öffnet und warum das die kühlste Option ist?

Eine der intelligentesten Strategien, um die kulturellen Schätze Andalusiens im Sommer zu erleben, ist die Verlagerung Ihrer Aktivitäten in die Nacht. Dies ist ein Paradebeispiel für „thermische Intelligenz“. Anstatt tagsüber in der brütenden Hitze stundenlang anzustehen, nutzen Sie die deutlich kühleren Abend- und Nachtstunden. Der Temperaturunterschied ist enorm: Es ist nicht ungewöhnlich, ein typisches Tag-Nacht-Gefälle von 15-20 Grad in Andalusien zu erleben. Während das Thermometer um 15 Uhr noch 40 °C anzeigt, kann es um 22 Uhr auf angenehme 25 °C oder sogar darunter fallen.

Viele der berühmtesten Sehenswürdigkeiten haben diesen Bedarf erkannt und bieten spezielle Nachtbesuche an. Das bekannteste Beispiel ist die Alhambra in Granada. Die „Visita Nocturna a los Palacios Nazaríes“ ist ein magisches Erlebnis. Ohne die Menschenmassen des Tages und bei sanfter Beleuchtung entfalten die Nasridenpaläste eine ganz besondere, intime Atmosphäre. Die Besuche finden in den Sommermonaten typischerweise zwischen 22:00 und 23:30 Uhr statt – genau dann, wenn die Luft wieder atembar wird. Es ist essenziell, diese Tickets weit im Voraus online zu buchen, da sie extrem begehrt sind.

Nächtliche Besichtigungen als Hitzeflucht-Strategie

Andalusien bietet über die Alhambra hinaus weitere nächtliche Kultur-Highlights. Der prächtige Alcázar von Sevilla öffnet seine Tore ebenfalls im Sommer für stimmungsvolle Nachtbesuche, oft untermalt von Musik. In Córdoba können Sie die beeindruckende Mezquita-Kathedrale im Rahmen der nächtlichen Tour „Die Seele Córdobas“ (El Alma de Córdoba) erleben, einer spektakulären Licht- und Tonshow, die die Geschichte des Bauwerks erzählt. Diese Angebote verwandeln die „Belastung“ durch die Tageshitze in eine einzigartige Gelegenheit für exklusive und unvergessliche Erlebnisse.

Die Planung solcher nächtlichen Ausflüge entlastet nicht nur Ihren Körper, sondern verändert auch Ihre gesamte Wahrnehmung der Orte. Sie erleben die Monumente in einer fast meditativen Ruhe, fernab der Hektik des Tages. Dies ist die intelligenteste Form des Sightseeings im andalusischen Sommer.

Wann Sie Museen besuchen sollten, um der Mittagshitze und den Warteschlangen zu entgehen?

Museen, Kathedralen und andere grosse Innenräume sind Ihre besten Verbündeten im Kampf gegen die Mittagshitze. Sie fungieren als klimatisierte oder zumindest natürlich kühle „Zufluchtsorte“. Die dicken, alten Mauern von Kathedralen wie in Sevilla oder Córdoba und die cleveren architektonischen Designs maurischer Paläste mit ihren schattigen Innenhöfen und Wasserspielen wurden schon vor Jahrhunderten für ein kühles Innenklima konzipiert. Moderne Museen wie das Picasso Museum in Málaga oder das Carmen Thyssen Museum sind ohnehin voll klimatisiert. Die Frage ist also nicht ob, sondern wann man sie am besten besucht.

Der strategisch klügste Zeitpunkt für einen Museumsbesuch ist genau während der heissesten Phase des Tages, also zwischen 15:00 und 18:00 Uhr. Während draussen die Sonne brennt und die Strassen wie leergefegt sind, können Sie in angenehmer Kühle Kunst und Kultur geniessen. Ein weiterer Vorteil: Viele Touristen planen Museumsbesuche für den Vormittag, sodass die Warteschlangen am Nachmittag oft kürzer sind. Zudem bieten viele staatliche Museen für EU-Bürger in den letzten ein oder zwei Stunden vor Schliessung kostenlosen Eintritt, was oft in diesen späten Nachmittagszeitraum fällt.

Diese Strategie fügt sich perfekt in den andalusischen Tagesrhythmus ein: Vormittags, wenn es noch erträglich ist, können Sie Aussenaktivitäten nachgehen. Zur Mittagszeit geniessen Sie ein langes, entspanntes Essen. Anschliessend, während der schlimmsten Hitze, ziehen Sie sich ins Museum zurück. Wenn Sie gegen Abend wieder herauskommen, sind die Temperaturen bereits deutlich angenehmer für einen Spaziergang und das Abendessen.

Auch die Kathedralen und maurischen Paläste in Granada, Málaga, Sevilla und Córdoba bieten tagsüber Schatten bei zu viel Sommerhitze. Geflieste Säulengänge spenden Kühle – sie umrunden Innenhöfe mit sprudelnden Brunnen.

– Andalusien360 Reiseführer, Andalusien im Sommer – Aktivitäten und Tipps

Buchen Sie Ihre Tickets wann immer möglich online und für ein festes Zeitfenster. Dies erspart Ihnen nicht nur das Warten in der Hitze, sondern garantiert Ihnen auch den Eintritt, falls die Besucherzahlen begrenzt sind.

Warum Asturien und Galicien im August die einzige Rettung vor der 40-Grad-Hitze sind?

Manchmal ist die beste Anpassungsstrategie die bewusste Entscheidung für einen anderen Ort. Wenn Sie besonders hitzeempfindlich sind, kleine Kinder dabeihaben oder die Vorstellung von 40 °C Sie trotz aller Tipps abschreckt, gibt es eine exzellente Alternative: Nordspanien. Die als „Grünes Spanien“ (España Verde) bekannten Regionen wie Asturien, Kantabrien und Galicien bieten im Juli und August ein völlig anderes Klima. Anstatt sengender Hitze erwartet Sie hier ein mildes, oft ozeanisches Klima mit angenehmen Temperaturen.

Die klimatischen Unterschiede sind frappierend. Während in Andalusien das Thermometer regelmässig die 40-Grad-Marke knackt, herrschen im Norden moderate Temperaturen. Ein Vergleich der Durchschnittstemperaturen im August zeigt die dramatische Differenz: Es gibt deutliche klimatische Unterschiede zwischen Spaniens Regionen mit 20-25°C in Asturien/Galicien gegenüber 35-40°C in Andalusien. Dies ermöglicht Outdoor-Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren auch mitten am Tag.

Diese Regionen bieten eine spektakuläre landschaftliche Vielfalt als Kontrastprogramm zu Andalusiens trockener Hitze. Anstatt weisser Dörfer finden Sie hier grüne, saftige Wiesen, dramatische Steilküsten und wilde, unberührte Strände. Die Picos de Europa in Asturien sind ein Paradies für Wanderer, und die Cíes-Inseln vor der Küste Galiciens werden oft als die „galizische Karibik“ bezeichnet, mit weissem Sand und türkisfarbenem, wenn auch kühlem, Wasser. Selbst innerhalb Andalusiens gibt es kühlere Rückzugsorte. Die Bergregionen der Sierra Nevada nahe Granada bieten in höheren Lagen ebenfalls deutlich angenehmere Temperaturen um 20-25 °C und sind ein beliebtes Ziel für Wanderer, die der Hitze der Städte entfliehen wollen.

Wenn Ihre Reisedaten also nicht flexibel sind, aber Ihr Reiseziel schon, dann ist ein Blick auf die Klimakarte Spaniens die intelligenteste Form der Reiseplanung. Ein „Tausch“ von Andalusien gegen Asturien im August kann einen potenziell anstrengenden Hitzestress-Urlaub in einen erholsamen Aktivurlaub verwandeln.

Das Wichtigste in Kürze

  • Physiologische Anpassung: Übernehmen Sie den lokalen Rhythmus der Siesta (14-17 Uhr) als wichtigste medizinische Massnahme gegen Hitzestress.
  • Intelligente Hydration & Kleidung: Trinken Sie gekauftes Wasser wegen des Geschmacks und tragen Sie ausschliesslich Naturfasern wie Leinen und Baumwolle zur optimalen Thermoregulation.
  • Strategische Planung: Nutzen Sie die kühlen Nachtstunden für Hauptattraktionen (z.B. Alhambra) und die heissen Nachmittagsstunden für klimatisierte Museen.

Hitze oder Regen? Wie Sie die perfekte spanische Region für Ihren Reisemonat wählen

Nachdem wir die spezifischen Überlebensstrategien für den andalusischen Hochsommer betrachtet haben, lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten und die Reiseplanung in einem grösseren Kontext zu sehen. Die Wahl des richtigen Ortes zur richtigen Zeit ist die grundlegendste Form des Hitzemanagements. Spanien ist ein Land von enormer klimatischer Vielfalt. Ihre Entscheidung sollte nicht nur auf kulturellen Interessen, sondern auch auf einer realistischen Einschätzung Ihrer Hitzetoleranz und der klimatischen Bedingungen des jeweiligen Monats basieren.

Der folgende „Klima-Kompass“ kann als grober Leitfaden für deutsche Urlauber dienen, um die Erwartungen an die jeweilige Region und den Monat anzupassen. Er zeigt, dass es für fast jeden Monat und jede Vorliebe eine passende Region in Spanien gibt. Wer im Sommer wandern möchte, ist im Norden besser aufgehoben, während die Costa del Sol für den reinen Strandurlaub konzipiert ist.

Die Nebensaison, insbesondere der Herbst, bietet oft den besten Kompromiss. Andalusien360 fasst es gut zusammen:

Die Nebensaison beginnt im September, wobei es bis Mitte / Ende Oktober (Herbstferien in Deutschland) immer noch recht voll ist. Erst ab November nehmen die Besucherzahlen spürbar ab. Das Wetter ist mindestens bis Oktober warm und sonnig… Es ist wieder eine gute Zeit für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Klettern und Radfahren.

– Andalusien360, Beste Reisezeit für Andalusien

Letztendlich ist die beste Reise diejenige, die zu Ihren persönlichen Bedürfnissen und Grenzen passt. Andalusien im Juli ist machbar und kann wunderbar sein, wenn Sie bereit sind, sich anzupassen. Aber es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Klugheit, eine andere Region oder eine andere Jahreszeit zu wählen, wenn die Vorstellung von 40 °C mehr Stress als Vorfreude auslöst.

Der folgende Kompass gibt eine Orientierung, welche Region sich für welchen Monat am besten eignet:

Der Spanien-Klima-Kompass für deutsche Urlauber
Monat Top-Region Durchschnittstemperatur Erwartung
April-Mai Andalusien 20-25°C Ideal für Städtereisen
Juli-August Nordspanien 20-25°C Mild & Grün zum Wandern
Juli-August Costa del Sol 30-35°C Perfekt für Strandurlaub
September Baskenland 22-27°C Für Foodies und Surfer
November Kanaren 22-25°C Flucht vor deutschem Winter

Eine strategische Reiseplanung ist der Schlüssel zu einem gelungenen Urlaub. Um Ihre Entscheidung auf eine solide Basis zu stellen, ist es essenziell, die klimatischen Gegebenheiten zu verstehen, die in dieser abschliessenden Sektion dargelegt werden.

Indem Sie diese medizinisch und kulturell fundierten Strategien anwenden, verwandeln Sie die Herausforderung der Sommerhitze in eine Chance, Andalusien auf eine tiefere, authentischere und vor allem sicherere Weise zu erleben. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.

Häufig gestellte Fragen zum Andalusien-Urlaub im Sommer

Was ist der Unterschied zwischen ‚aire acondicionado‘ und ‚climatización‘?

‚Aire acondicionado‘ ist eine echte Klimaanlage mit Kühlfunktion, während ‚climatización‘ oft nur ein zentrales System ist, das kühlt aber nicht eiskalt wird.

Welche spanischen Sätze helfen bei der Buchung?

Fragen Sie: ‚¿Tiene aire acondicionado en la habitación, o solo un ventilador?‘ (Haben Sie eine Klimaanlage im Zimmer oder nur einen Ventilator?) und ‚¿La climatización es central o individual?‘ (Ist die Klimatisierung zentral oder individuell?)

Worauf sollte man in Hotelbeschreibungen achten?

Vage Formulierungen wie ‚klimatisierte öffentliche Bereiche‘ oder Fotos mit nur Deckenventilatoren sind Warnsignale für fehlende Zimmer-AC.

Geschrieben von Katrin Schulze, Reisejournalistin und Pädagogin, lebt mit ihrer vierköpfigen Familie auf Mallorca. Spezialisiert auf Familienreisen, Outdoor-Aktivitäten und kindgerechte Urlaubsplanung.